Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Waschtrockners?


Du überlegst, wie viel Strom ein Waschtrockner verbraucht. Vielleicht stehst du vor dem Neukauf. Vielleicht ziehst du um und willst Platz sparen. Oder deine Stromrechnung ist ungewöhnlich hoch. Viele fragen sich auch, ob ein Kombigerät sparsamer ist als zwei einzelne Geräte. In solchen Alltagssituationen ist Klarheit wichtig.

Dieser Ratgeber hilft dir, den Stromverbrauch realistisch einzuschätzen. Du lernst, welche Messmethoden es gibt. Ich erkläre, wie du Verbrauchswerte mit einem Steckdosenmessgerät oder dem Haushaltszähler ermittelst. Du erfährst, welche Angaben auf dem Energielabel wirklich aussagekräftig sind und welche nicht.

Außerdem bekommst du konkrete Einsparpotenziale. Kleinigkeiten wie Beladung, Schleuderdrehzahl und Programmwahl beeinflussen den Verbrauch stark. Ich zeige dir einfache Tricks, um Strom zu sparen. Dazu gehören Wartungstipps und Verhaltensregeln im Alltag.

Vergleichswerte helfen dir bei Entscheidungen. Du siehst typische kWh-Werte pro Wasch- und Trocknerzyklus. Du erfährst, wie ein Waschtrockner im Vergleich zu separaten Geräten abschneidet.

Am Ende des Artikels findest du praktische Tipps und eine einfache Rechnung, mit der du die Kosten für deinen eigenen Haushalt ausrechnen kannst. So triffst du eine fundierte Entscheidung für Kauf, Nutzung oder Austausch.

Analyse: Welche Faktoren bestimmen den Stromverbrauch?

Der Stromverbrauch eines Waschtrockners hängt von mehreren Faktoren ab. Wichtige Einflüsse sind Beladung, Temperatur, Waschprogramm, Trocknungsart, Energielabel und der Gerätetyp. Bei kleiner Beladung ist der spezifische Verbrauch pro Kilogramm höher. Höhere Waschtemperaturen erhöhen den Energiebedarf deutlich. Intensive Programme und zusätzliche Spülgänge verbrauchen mehr. Bei der Trocknung unterscheidet man Kondensationstrockner und Heatpump-Trockner. Heatpump-Technik ist deutlich sparsamer. Das Energielabel gibt Anhaltswerte. Die tatsächlichen Werte weichen aber oft ab. Messmethoden wie Steckdosenmessgerät oder Ablesen am Hauszähler zeigen den realen Verbrauch. In der folgenden Tabelle findest du typische Werte für einzelne Zyklen und einige Jahresbeispiele für verschiedene Nutzungsszenarien.

Typische Verbrauchswerte und Jahresbeispiele

Zyklus / Szenario Verbrauch (kWh) Anmerkung
Waschgang 40 °C (typisch) 0,5 – 1,1 kWh Annahme: 6-7 kg Beladung
Waschgang 60 °C (typisch) 0,9 – 1,5 kWh Mehr Energie für Erwärmung
Trocknung Kondensation pro voller Ladung 2,5 – 5,0 kWh Hängt von Restfeuchte nach Schleudern ab
Trocknung Heatpump pro voller Ladung 1,5 – 2,5 kWh Deutlich sparsamer, längere Laufzeit möglich
Jahresbeispiel: Single-Haushalt ca. 290 kWh/Jahr 3 Wäschen/Woche bei 40 °C + 1 Trocknung/Woche (Kondensation)
Jahresbeispiel: 4-köpfige Familie ca. 1.165 kWh/Jahr 7 Wäschen/Woche bei 60 °C + 4 Trocknungen/Woche (Kondensation)
Familie mit Heatpump-Trocknung ca. 853 kWh/Jahr Gleiches Nutzungsverhalten, Trocknung mit Heatpump-Technik

Die Zahlen sind typische Richtwerte. Dein Gerät kann deutlich darunter oder darüber liegen. Achte auf die Angaben des Herstellers und messe idealerweise selbst. Kleine Maßnahmen haben oft großen Effekt. Volle Beladung, hohe Schleuderdrehzahl und niedrigere Temperaturen senken den Verbrauch.

Zusammenfassung: Waschen verursacht moderate Kosten. Die Trocknung treibt den Verbrauch stark nach oben. Heatpump-Trocknung spart am meisten. Mit einfachem Nutzerverhalten kannst du den Verbrauch spürbar reduzieren.

Technik: Wie entsteht der Stromverbrauch eines Waschtrockners?

Wichtige Komponenten

Der Stromverbrauch setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Die Heizung erzeugt die meiste Wärmeenergie beim Waschen und Trocknen. Der Motor dreht die Trommel und verbraucht elektrischen Strom vor allem beim Start und während des Schleuderns. Die Pumpe fördert Wasser aus der Maschine. Die Elektronik steuert Programme, Sensoren und Anzeigen. Zusammen bestimmen diese Komponenten den Gesamtverbrauch.

Wie Heizung und Wärmepumpe wirken

Herkömmliche Heizelemente wandeln Strom direkt in Wärme. Sie sind simpel und schnell. Das kostet aber viel Energie. Eine Wärmepumpe entzieht der Abluft Wärme und überträgt sie zurück in die Trommel. Sie nutzt dabei weniger Strom, weil sie vorhandene Wärme umverteilt statt sie neu zu erzeugen. Das macht Wärmepumpen in der Regel deutlich sparsamer, allerdings sind die Laufzeiten oft länger.

Messgrößen: kWh und was sie bedeuten

Die Einheit für elektrische Energie ist Kilowattstunde (kWh). 1 kWh bedeutet, dass ein Gerät mit einer Leistung von 1 kW eine Stunde läuft. Ein einzelner Waschgang kann beispielsweise 0,6 kWh verbrauchen. Ein Trocknungszyklus kann 2 kWh oder mehr verbrauchen. Die kWh-Zahlen zeigen dir den direkten Energiebedarf.

Verbrauch pro Zyklus versus Jahresverbrauch

Der Verbrauch pro Zyklus ist einfach zu messen. Er gibt die Energie für einen Wasch- oder Trocknungsvorgang an. Der Jahresverbrauch addiert alle Zyklen eines Jahres. Er hängt stark von der Nutzung ab. Zwei Haushalte mit gleichen Geräten können sehr unterschiedliche Jahreswerte haben. Deshalb sind Jahresangaben nur dann aussagekräftig, wenn das Nutzungsverhalten ähnlich ist.

Energielabel und Messverfahren richtig einordnen

Das Energielabel bietet standardisierte Werte. Sie basieren auf Laborbedingungen und einem Prüfzyklus. In der Praxis weichen die Werte oft ab. Messgeräte an der Steckdose oder das Ablesen am Zähler zeigen dir den realen Verbrauch. Achte beim Label auf die Verbrauchswerte für Waschen und Trocknen getrennt. Wichtig: Vergleiche nur Geräte mit gleichen Prüfbedingungen und lies die Angaben zur Beladung und Temperatur.

Kauf-Checkliste: Stromverbrauch beim Waschtrockner berücksichtigen

  • Energielabel prüfen. Achte auf getrennte Angaben für Waschen und Trocknen. Die Werte stammen aus Laborprüfungen und sind eine Orientierung, aber nicht dein tatsächlicher Verbrauch.
  • Trommelgröße realistisch wählen. Eine größere Trommel klingt praktisch. Fülle sie aber regelmäßig so, dass du die Maschine nicht oft halb belässt, denn halbvolle Zyklen erhöhen den spezifischen Verbrauch.
  • Wärmepumpe oder herkömmliche Heizung. Wärmepumpentrockner verbrauchen deutlich weniger Energie bei Trocknung. Sie brauchen oft länger, sind aber auf lange Sicht sparsamer.
  • Programmvielfalt und Sensoren. Sensoren für Feuchte und automatische Programmanpassung sparen Energie, weil sie Laufzeiten vermeiden, die über das Ziel hinaus gehen. Ein sparsames Eco-Programm ist nützlich, wenn es im Alltag praktikabel ist.
  • Bewertungen nicht nur nach A+++ treffen. Achte darauf, bei welchen Prüfbedingungen die Herstellerwerte gelten. Rechne deinen zu erwartenden Jahresverbrauch anhand deiner typischen Nutzung nach, statt dich allein auf die Klasse zu verlassen.
  • Schleuderdrehzahl und Restfeuchte beachten. Eine hohe Schleuderdrehzahl reduziert die Restfeuchte und damit die Trocknungsenergie. Prüfe die maximale Umdrehungszahl und die Schleuderleistung bei realistischen Beladungen.
  • Platz, Anschluss und Wartung einkalkulieren. Ein Waschtrockner braucht Platz für Wasseranschluss und Abluft oder Kondensatleitung. Leicht zugängliche Flusenfilter und einfache Wartung erhalten die Effizienz langfristig.

Entscheidungshilfe: Waschtrockner oder separate Geräte?

Wie viel Platz steht zur Verfügung?

Prüfe deinen Stellplatz. Ein Waschtrockner spart dir in der Regel Platz, weil du nur ein Gerät stellst. Wenn du jedoch genug Breite und Tiefe hast, können zwei Geräte parallel kürzere Laufzeiten erlauben. Miss also Breite, Tiefe und Höhe. Berücksichtige Türen und Zugang. Denke auch an Anschlussmöglichkeiten und an das Gewicht beim Aufstellen.

Wie wichtig sind Stromkosten und Effizienz?

Überlege, wie oft du trocknest. Wenn Trocknen häufig vorkommt, wirkt sich die Effizienz stark auf die Stromrechnung aus. Separate Geräte mit einer effizienten Wärmepumpe im Trockner sind oft sparsamer als ein Kombigerät mit herkömmlicher Heizung. Rechne die jährlichen kWh grob nach deiner Nutzungsfrequenz durch. Nutze dafür die Werte aus dem Vergleichsteil und deinen typischen Zyklen.

Welche Trommelkapazität und Nutzungsfrequenz brauchst du?

Ein Waschtrockner hat meist kleinere Trocknerkapazität als Waschkapazität. Wenn du große Textilien regelmäßig trocknen willst, kann ein separater Trockner sinnvoll sein. Für gelegentliche Trocknungen und gemischte Wäschemengen ist ein Kombigerät praktisch. Notiere die typische Wäschemenge pro Woche und vergleiche sie mit den Geräten am Markt.

Fazit und praktische Empfehlungen

Fazit: Ein Waschtrockner ist eine gute Lösung, wenn Platz knapp ist und Trocknungen moderat bleiben. Separate Maschine und Trockner sind oft sparsamer bei häufiger Nutzung und bieten größere Flexibilität.

Für Singles: Ein Waschtrockner ist oft ausreichend. Vorteil sind Platzersparnis und geringere Anschaffungskosten.

Für Familien: Separate Geräte sind meist sinnvoller. Sie verkürzen Laufzeiten und reduzieren den Energiebedarf bei häufiger Nutzung.

Für seltene Nutzer: Ein Waschtrockner bietet Flexibilität. Du zahlst etwas mehr für Trocknung im Vergleich zu einem modernen Wärmepumpentrockner. Dafür brauchst du nur ein Gerät.

Häufige Fragen zum Stromverbrauch von Waschtrocknern

Wie viel kWh verbraucht ein Waschtrockner pro Zyklus?

Typische Werte für einen Waschgang liegen bei etwa 0,5 bis 1,5 kWh, je nach Temperatur und Beladung. Ein Trocknungszyklus kann zusätzlich 1,5 bis 5 kWh benötigen. Heatpump-Trockner sind tendenziell am unteren Ende der Skala. Der genaue Wert hängt von Programm, Restfeuchte und Trommelgröße ab.

Ist ein Waschtrockner energieeffizienter als separate Geräte?

Oft sind separate Geräte effizienter, wenn der Trockner eine Wärmepumpe nutzt. Ein Kombigerät spart dagegen Platz und Anschaffungskosten. Bei seltener Trocknung kann ein Waschtrockner praktisch und ausreichend sein. Entscheidend sind deine Nutzungsfrequenz und die Technik des Trockners.

Wie kann ich den Stromverbrauch messen?

Ein einfaches Steckdosenmessgerät gibt dir schnell kWh pro Zyklus. Für höhere Genauigkeit kannst du den Hauszähler vor und nach mehreren Zyklen ablesen. Messe immer mit typischer Beladung und gewählten Programmen. So erhältst du realistische Werte für deinen Alltag.

Welche Programme und Einstellungen sparen am meisten Strom?

Niedrigere Waschtemperaturen und Eco-Programme reduzieren deutlich den Energiebedarf. Eine hohe Schleuderdrehzahl verringert die Restfeuchte und damit die Trocknungsenergie. Sensor-gesteuerte Programme beenden den Zyklus, sobald das Ziel erreicht ist. Vermeide häufig kleine Teilbeladungen.

Lohnt sich eine höhere Schleuderdrehzahl zur Einsparung beim Trocknen?

Ja, eine höhere Schleuderdrehzahl reduziert die Restfeuchte und damit die benötigte Trocknungsenergie. Das spart vor allem bei häufigem Trocknen spürbar Strom. Achte aber auf das Material deiner Wäsche und die maximale Herstellerempfehlung. Bei empfindlichen Textilien wähle eine schonendere Einstellung.

Zeit- und Kostenaufwand: realistische Einschätzung

Aufwand

Ein Waschgang dauert meist 60 bis 120 Minuten, je nach Temperatur und Programm. Ein Trocknungszyklus kann 90 bis 240 Minuten brauchen, Wärmepumpentrockner sind oft länger unterwegs. Längere Laufzeit bedeutet nicht automatisch höheren Stromverbrauch. Wärmepumpen arbeiten länger, aber mit weniger Energie. Für eine Verbrauchsmessung brauchst du ein Steckdosenmessgerät und einen Zyklus im normalen Alltag. Plane dafür 1 bis 4 Stunden je Messdurchgang ein. Wartung wie Flusen entfernen und Kondensatbehälter leeren kostet wenige Minuten pro Monat. Die Zeit für Beladen, Entladen und Sortieren addiert sich im Alltag.

Kosten

Als Beispielrechnung nutze ich 0,35 €/kWh. Du kannst deinen aktuellen Strompreis einsetzen.

Beispielwerte pro Zyklus (angenommen): Waschgang 40 °C 0,8 kWh (0,28 €). Waschgang 60 °C 1,2 kWh (0,42 €). Trocknung Kondensation 3,5 kWh (1,23 €). Trocknung Wärmepumpe 2,0 kWh (0,70 €).

Jahresbeispiele (52 Wochen):

Single: 3 Wäschen/Woche bei 40 °C + 1 Trocknung/Woche (Kondensation). Verbrauch: 3×52×0,8 + 52×3,5 = 124,8 + 182 = 306,8 kWh. Kosten bei 0,35 €/kWh: ca. 107 € / Jahr.

Familie: 7 Wäschen/Woche bei 60 °C + 4 Trocknungen/Woche (Kondensation). Verbrauch: 7×52×1,2 + 4×52×3,5 = 436,8 + 728 = 1.164,8 kWh. Kosten: ca. 408 € / Jahr.

Familie mit Wärmepumpe: gleiche Nutzung, Trocknung 2,0 kWh. Verbrauch: 436,8 + 416 = 852,8 kWh. Kosten: ca. 298 € / Jahr.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten stark?

Strompreis ist der wichtigste Faktor. Temperaturwahl und Beladung verändern den Verbrauch deutlich. Eine hohe Schleuderdrehzahl reduziert Trocknungsaufwand. Wärmepumpentechnik senkt die Trocknungskosten gegenüber direkter Beheizung. Häufige Kurz- oder Teilbeladungen erhöhen den spezifischen Verbrauch. Regelmäßige Wartung erhält die Effizienz.

Praktischer Tipp

Rechne für deinen Haushalt: JahreskWh = Zyklen/Woche × 52 × kWh pro Zyklus. Kosten = JahreskWh × dein Strompreis. So bekommst du schnell eine realistische Kostenschätzung.

Pflege- und Wartungstipps für weniger Verbrauch und längere Lebensdauer

Filter und Flusensieb sauber halten

Reinige das Flusensieb regelmäßig. Entferne Fusseln und Fremdkörper nach einigen Zyklen. Ein freier Ablauf reduziert Pumpenlast und Strombedarf.

Trommel und Türdichtung pflegen

Wische Trommel und Gummidichtung nach Bedarf mit einem feuchten Tuch aus. Lasse die Tür nach dem Waschen offen, damit Restfeuchte verdunsten kann. Das verhindert Geruch und erhöht die Effizienz der nächsten Zyklen.

Entkalkung beachten

Entkalke das Gerät je nach Wasserhärte alle paar Monate. Kalk isoliert Heizelemente und erhöht den Stromverbrauch. Nutze ein geeignetes Produkt oder einen Entkalkungszyklus des Herstellers.

Kondensator und Wärmepumpe reinigen

Bei Wärmepumpengeräten reinige regelmäßig den Kondensator und die Luftwege. Verstopfungen reduzieren die Wärmeübertragung und verlängern Laufzeiten. Folge den Reinigungshinweisen des Herstellers.

Richtig beladen und schleudern

Belade die Trommel optimal und vermeide Teilladungen. Eine hohe Schleuderdrehzahl reduziert die Restfeuchte deutlich und spart Trocknungsstrom. Achte auf Herstellerhinweise zu maximalen Ladegewichten.

Regelmäßige Sichtprüfung und Wartung

Prüfe Schläuche, Dichtungen und den Ablaufschlauch auf Risse und Verstopfungen. Ersetze verschlissene Teile zeitnah. Kleine Reparaturen verhindern größere Schäden und halten den Verbrauch niedrig.